Schnipp-Schnapp, Film ab

Als LED-Videotapete könnte man beschreiben, was Lightntec entwickelt hat. Das Unternehmen aus Karlsruhe entwickelt und produziert Folien, die mit LEDs bestückt sind. Sie ermöglichen, Oberflächen mit bewegten Inhalten zu be- oder hinterleuchten. Mit LED Wallpaper oder Media Screen Matrix, wie das Produkt noch heißt, lassen sich demnach Displays bauen. Aber nicht nur für Digital Signage- oder DooH-Installationen finden die LED-Videotapeten Einsatz: Lightntec beliefert Display-, Laden- und Messesystemhersteller, die damit ihre (Produkt-)Präsentation aufwerten.

„Licht und dessen Steuerung auf Folie hat unendlich viele Anwendungsbereiche“, sagt Florian Kall, Mitbegründer und Geschäftsführer von Lightntec. Sein Lieblingsprojekt ist ein Zeppelin, den die Karlsruher mit ihrer Folie umhüllt haben. Ebenso können damit Messestände beleuchtet, Decken, Säulen und Wände dekoriert oder Leuchtkästen bestückt werden. Logos aus Acrylglas beispielsweise ließen sich dynamisch beleuchten.

Licht von der Rolle

Beim LED Wallpaper handelt sich um dünne Kunststofffolien, die mit einer patentierten Matrix aus Kupferleiterbahnen beschichtet und mit LEDs bestückt sind. Dadurch ist jeder Lichtpunkt – er besteht aus je einer roten, grünen und blauen SMD-LED – einzeln ansteuerbar. Die rasterförmig platzierten LEDs haben einen Abstand von 50 Millimetern, einen Abstrahlwinkel von 120 Grad und eine Lichtleistung von 80 Watt pro Quadratmeter; wird ein Diffusor, beispielsweise Folie, Spanntuch oder Acrylglas, davor platziert, ist bereits ab einem Abstand von 40 Millimetern eine gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche möglich. Der Verbund lässt sich aufrollen: Eine Bahn misst 600 mal 6.000 Millimeter und besteht aus zehn 600 mal 600 Millimeter großen Einheiten, sogenannten Tiles. Sie sind durch Konnektoren miteinander verbunden, die den Daten- und Stromfluss in das nachfolgende Segment sichern. Dies sind die einzigen – markierten – Stellen, an denen die Folie nicht zugeschnitten werden kann.

Will der Werbetechniker die Folien zum Hinterleuchten von Leuchtkästen einsetzen, klebt er die 250 Gramm pro Quadratmeter schweren Bahnen mit Klettbändern auf die Rückwand und verbindet sie über Steckverbinder. Dabei kann er die Folien selbst zurechtschneiden oder passgenaue Stücke beim Hersteller ordern: „Der Kunde schickt uns die gewünschte Anwendung mit Bemaßung zu und wir fertigen dann dementsprechend ein maßgeschneidertes Produkt an“, beschreibt Florian Kall. Das könne beispielsweise ein LED-Streifen mit spezifischen Maßen sein, aber auch Formen wie etwa ein Fisch. Das letzte Segment schließt der Lichtwerber an einen Mediaplayer an. Dieser spielt die Inhalte aus, die im einfachsten Fall von einem USB-Stick oder einer SDKarte importiert werden. Alternativ kann die Datenübertragung auch über ein Netzwerk per LAN oder WLAN erfolgen beziehungsweise von einem webbasierten Content-Management-System. Nimmt der Werbetechniker oder Kunde hier Änderungen vor, werden diese automatisch von allen angeschlossenen LED Wallpaper übernommen. Die Helligkeit regeln Lichtsensoren oder können tageszeitenabhängig beziehungsweise durch den Content gesteuert werden; bis zu 5.000 Candela pro Quadratmeter hell können die LEDs leuchten.

Aufgrund der Anwendungsvielfalt gibt es MSM in unterschiedlichen Designs: in Schwarz,Weiß oder transparent. Das dunkle Material erhöht den Kontrast, das helle unterstützt die Reflexion des Lichts. Die durchsichtige Folie ist besonders unauffällig und lässt die Lichtpunkte beinahe schweben. Daneben bietet Lightntec an, die Folien mit dem Kundenlogo individuell anzupassen. Alle Ausführungen lassen sich dank des Betriebsbereichs von -40 bis +90 Grad Celsius und einem optional wählbaren IP65-Schutz auch im Außenbereich einsetzen. Nachdem erste Muster zum Jahresende verfügbar waren, will Lightntec noch in diesem Quartal mit der Serienproduktion starten.

Eileen Denkewitz: denkewitz@wnp.de / Quelle: Werbetechnik 1.2018

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